Montag, 28. Februar 2011

Addo Elephant Park – Safari & Milky Way





Wir sagen dem Meer adieu - heute geht es ins Landesinnere - zum Addo Elephant Park. Unterwegs halten wir bei zwei Farmstalls an - das ist im Prinzip eine Farm, die eigene, frische Produkte verkauft. Schlussendlich kaufen wir aber doch nur Rooibostee für zuhause und ein kühles, selbst gemachtes Gingerbeer.

Nach nur 2 Stunden kommen wir beim Maingate des Parks an. Da alles gebucht und bezahlt ist geht das einchecken schnell. Wir beziehen unser Cottage und brechen gleich auf zur Safari. Da es hier deutlich heisser ist, als an der Küste, haben wir auch genug Wasser eingepackt. Mit dem eigenen Auto kann man auf unzähligen Straßen und Wegen auf die Pirsch gehen. Wir fahren eine Weile ohne die geringste Spur von Großwild oder Sonstiges zu entdecken - nur ein Wasserloch mit zwei Enten drin und ein Tierkadaver ... und plötzlich stehen wir vor einem Elefanten. Nur ein paar Meter von unserem Auto entfernt frisst er gemächlich Gras und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Dann sind es schon 2, gefolgt von einer ganzen Familie und schon ziehen ganze Horden an uns vorbei. Fasziniert schauen wir dem Schauspiel zu. Auf der weiteren Fahrt sehen wir noch Zebras, Wildschweine, Kudus, Schildkröten und einen Schakal, aber die richtig großen Raubkatzen bekommen wir leider nicht zu Gesicht.


Unser Cottage mit Reet-Dach (getrocknetes Schilfrohr)

View vom Balkon

Juhuu - der erste Elefant ...

... und dann die ganze Familie

... und noch ein Teil der Horde

Zebra


Wildschwein

von diesen Termitenhaufen gab's unmengen

ein scheues Kudu-Weibchen

jaaa ... dich hätten wir gerne gesehen!



Leopardenschildkröte

Schweißgebadet kommen wir zurück ins Camp und buchen für den nächsten morgen eine Sunrise-Safari. Vielleicht haben wir dann mehr Glück. Nach dem Abendessen kehren wir in unser Cottage zurück und durchsuchen erst mal alles nach Kakerlaken und anderem Ungeziefer. Scheint als ob wir hier Glück haben. Bis auf ein paar Spinnen nichts dramatisches. (Nachteil von diesen Reet-Dächern - da versteckt sich gerne was). Den Abend genießen wir mit ein paar Bier auf unserem Balkon mitten im Park. Der Sternenhimmel, der sich uns Nachts bietet ist echt unglaublich. Sogar den Milky Way kann man gut erkennen.

View

Sunset Stimmung



leider konnte den Sternenhimmel meine Kamera nicht besser einfangen


Nachdem wir vor zwei Tagen noch völlig relaxt am Pool rumgelegen sind, haben wir heute wieder einen actionreichen Tag vor uns. Tagwache ist um 4.50 Uhr. Es ist noch stockdunkel draussen, aber wir quälen uns aus dem Bett. Wir frühstücken eine Kleinigkeit, d.h. jeder ein Keks und Instantkaffee. Was will man mehr? Viertel vor 6 ist Treffpunkt beim Office. Dann geht die Tour auch schon los. Wir in kurzen Hosen und Flip-Flops, dazu ein offener Geländebus. Zwei Stunden frieren wir uns so durch's Gelände, da sich die Sonne nicht blicken lässt - es ist nämlich komplett bewölkt. Die Tour an sich ist ein Teilerfolg, da wir mehr Tiere sehen als gestern. Vor allem Büffel, Hyänen und einige Kudus kommen zum gestrigen Repertoire dazu. Doch der König des Dschungels, der Löwe bleibt uns auch heute versagt.

Zufrieden und etwas enttäuscht zugleich verlassen wir den Addo-Park Richtung Norden.

Büffel

Schakal
Kudu


nochmal Elefanten



Flightless Dung Beetle - Pillendreher-Käfer, der hatte voll den Stress den Elefantendung aus der Spurrille rauszukriegen - kaum oben angekommen wurde er davon wieder überrollt.

Sonntag, 27. Februar 2011

Port Alfred - Baden oder nicht baden



Am späten Nachmittag erreichen wir dann endlich Port Alfred, unser östlichstes Ziel in SA. Wir finden zumindest gleich eine schöne Unterkunft (Villa de Mer). Wir kultivieren uns und spazieren ins Guido's - eine Empfehlung in der Nähe. Das Essen ist wiedermal sehr lecker und preisgünstig. (Toni-Pizza, ich Linefish (fangfrischer Fisch des Tages) - muss einfach immer Fisch essen, wenn ich an der Küste bin). Als wir rauskommen ist es schon stockfinster. Uns wurde zwar gesagt, dass es hier nicht gefährlich ist, aber es ist kein Mensch auf der Straße, somit ist uns jetzt schon etwas mulmig. Naja, sicherheitshalber nimm ich mal die Speicherkarte aus der Kamera und bewaffne mich mit Sonnencreme. Toni beruhigt das ungemein, obwohl wir uns fragen, wie wir somit eine Bande von Räubern abwehren sollen ;-) Egal, sicher zuhause angekommen müssen wir darauf natürlich noch mit einem Gläschen anstossen.

Nach einem Bombenfrühstück wollen wir uns erst mal über den Addo-Park informieren, daher fahren wir zum Touri-Infocenter. Natürlich erwischen wir eine alte Lady, von der wir auf unsere Fragen nur ratlose Blicke ernten. Nach 15 Minuten geben wir gleich schlau wie vorher wieder auf. Wir schlendern noch etwas im Zentrum rum, sind aber nicht sonderlich beeindruckt. Wir sind ja eigentlich auch zum baden hergekommen, nur leider ist es am Strand sogar nebelig. Wegen dem Addo-Park versuchen wir's jetzt direkt bei unserer Vermieterin. Und tatsächlich, es scheint, als ob sie sogar froh wäre endlich was zu tun zu haben. Sie greift sich das Handy, Telefonbuch und los geht's. Sie ruft hier und da an, diesen und jenen und holt eine Menge Infos raus. Danach statten wir unter 6 Augen eine Konferenz ab und einigen uns darauf nur eine Nacht im Addo zu verbringen, dafür aber mittendrin. Sie bucht alles für uns und muss alle erdenklichen Daten angeben. Dass die nicht auch noch den Namen meines Arztes wollen würde mich nicht mehr wundern. Wir sind heilfroh, dass sie das für uns erledigt hat. Wir hätten wahrscheinlich irgendwann heulend aufgegeben.

Trotz Nebel gehn' wir zum Strand (Shark-Bay). Da es auch noch sehr windig ist treten wir doch bald wieder den Rückzug an. Jetzt bleibt nur noch der Pool. Momentan ist sogar die Sonne wieder da. Toni zieht sich voller Optimismus die Badehose an, cremt sich ein, macht eine Flasche Windhoek auf und springt ins kühle Nass. Danach legt es sich in die mittlerweile schon wieder nicht mehr existente Sonne und muss feststellen, dass ein Sonnenbad ohne Sonne auch nicht das Wahre ist.




Shark Bay mit Nebel

Wenn das mit dem baden nix wird müssen wir eben ins Shopping Center. Kaum angekommen geht's mir plötzlich schlecht und verbringe mehr Zeit auf dem Örtchen als beim einkaufen. Mir war ja den ganzen Tag schon komisch. Ein Rooibostee rettet mir das Leben und ich hab viel zu großen Appetit um aufs Abendessen zu verzichten.

Wir gehen ins Ocean Basket, wo's blöderweise nur Fisch gibt (auf das hätte ich ausnahmsweise heute verzichten können), bestelle aber trotzdem einen Kingklip mit Reis. Der Kellner stellt sich mit Namen vor und ist äußerst freundlich und zuvorkommend. Auch der Chef des Hauses kommt an den Tisch und erkundigt sich, ob alles recht ist. Wahnsinns Service und es hat gemundet.


beim Ocean Basket

Sonne pur! Na endlich. Badehose anziehn, mit Sonnencreme, Badetuch und Buch bewaffnen und runter zum Pool. (Vorteil Pool: Es gibt kein Wind, kein Sand der überall klebt, keine Haie und keine Quallen). Heute machen wir einfach mal so rein gar nichts - perfekt um wieder Kraft für neue Abenteuer zu tanken. Abends gehen wir in ein Pub/Restaurant. Ich fühl mich auch schon wieder besser und brauche dingend ein gutes Stück Fleisch. Toni probiert zum ersten mal ein Kudu Steak (afrik. Antilopenart) und es schmeckt wunderbar zart. Als Verdauerle bestellen wir einen Jägermeister - apropos die Bar hat den größten Jägermeister-Verschleiß Afrikas.

Im Guesthouse angekommen gesellen sich noch 2 Holländer älteren Semesters zu uns und wir quatschen bei Wein und Musik über Gott und die Welt ...


Sonnenbaden beim Pool


Shark Bay


Port Alfred


Jägermeister-Bar


Das ist mal ne Aktion! (Grosses Bier um 1,50)

Freitag, 25. Februar 2011

Garden Route II - Jeffrey's Bay


Tsitsikamma NP

Weiter nach Osten heißt die Devise. Wir verlassen das Western Cape und kommen ins Eastern Cape. Auch die Landschaft verändert sich. Durch den Tsitsikamma-Nationalpark regiert der Urwald, danach sieht es deutlich nach Savannenlandschaft aus. Unterwegs fahren wir über die Bloukransbrücke. 216 m über eine Schlucht. Hier könnte man den höchsten Bungee-Jump der Welt runter machen. Wir stellen aber fest, dass wir zu alt für den Schmarren sind, schließlich konnten wir das Thema ja schon von unserer Löffelliste streichen. Noch einen Abstecher zum Big Tree - ein 800 Jahre alter Mammutbaum.

Bloukransbrücke









Big Tree - immer schwierig auf ein Bild zu kriegen


Moekies Koekies - handgemacht, noch warm und frisch verpackt




Richtung Jeffreysbaii


Am Nachmittag kommen wir in Jeffrey's Bay an, die Surfermetropole Südafrikas. Ein netter kleiner Ort, mit Hippie und Backpacker-Vibe. Surfshops reihen sich aneinander. Allerdings wird es auch hier gegen Abend sehr ruhig. Die Geschäfte schließen um 17.00 Uhr, um 20.00 Uhr sind die Straßen menschenleer. Nach einem Essen beim Mexikaner, welches eher enttäuschend war endet der Abend vor dem Fernseher mit 3 spannenden Sendern, welche noch mehr Werbung bringen als unsere und nur irgendwelche doofen Soaps laufen. Gut dass wir ne Flasche Rotwein im Haus haben ...



beim Mexikaner

Strandspaziergang in Jay-Bay












Vormittags liegen wir faul am Strand und genießen das Nichtstun. am Nachmittag klappern wir die Surfshops von J-Bay ab. Hier gibt's auch von allen bekannten Marken ein Factory-Outlet. Das ganze ist dann doch nicht so wie wir uns das erwartet haben und werden auch nicht wirklich fündig. Kommt mir vor, als ob die hier die Sachen verkaufen, welche ich 2 Jahre vorher in Australien gesehen habe. Wenn ich mich nicht täusche ist da auch was Wahres dran.


Beach-Day









Abends sind wir von unserem Gastgeber zum Braai eingeladen. Auch eine ausgewanderte Deutsche ist dabei. Beide haben einen Sohn im gleichen Alter, welche echte Surfprofis sind. Ich glaub, die konnten vorher surfen bevor sie laufen konnten. Es wird viel gelacht, diskutiert und getrunken. Echt toll, wie locker, offenherzig und angenehm die Leute hier sind. Wir finden ja, man lernt ein Land am besten kennen, wenn man sich mit den Einheimischen unterhält. Das bewahrheitet sich auch diesmal. Wir erfahren viele Dinge, die man in keinem Reiseführer lesen kann und auch einiges über die Kriminalität in SA. Supersatt und zufrieden gehen wir schlafen.

Abschied nehmen von den Lightfoots, ein Abschied der uns schwer fällt. Wir mögen diese Leute sehr. Doch bevor wir uns auf den Weg nach Port Alfred machen, muss ich nochmal in einen Shop reinschauen, den ich gestern nicht mehr geschafft habe. Es sieht schwer danach aus, als ob das wieder einmal länger dauern könnte. Zum Leid von Toni, der auch noch kurz in einen Shop reinguckt wo er nix findet, dann ins Internet guckt, um Nachrichten zu lesen und den Schneeregen im Ländle zu belächeln. Noch angenehmer ist es dann hier bei Sonne und 27° in FlipFlops rumzuschlendern. Als Toni wieder vorm Laden steht habe ich immer noch ein Haufen Klamotten zum probieren. Nach ca. einer Stunde war es dann vollbracht und ich komme freudestrahlend mit einer vollen Tasche raus. Aber nicht zu vergessen ich musste ja auch nochmal ins Roxy Outlet wo ich noch was gesehen hatte. Auch da hab ich nochmal zugeschlagen während Toni Löcher in die Luft starrt und der Magen anfängt zu knurren. (Ja, ja Frauen wenn sie im Kaufrausch sind.) Danach gönnen wir uns einen Mittagssnack. Jetzt wird's aber echt Zeit nach Port Alfred aufzubrechen. Und nein! kurz bevor wir die Autobahn erreichen steht da schon wieder ein großes Shoppingcenter. Ich hab ja jetzt keinen Kurze-Hosen-Engpass mehr, jedoch für Toni muss noch dringend eine her. 10 Shorts später passt dann endlich eine. So, 14:30 Uhr und das war's nun wirklich mit Jeffrey's Bay.



Höhstöffl ;-)


Lightfoots Anwesen




Factory Shop


Chill out nach dem Shoppen